Dienstag, 13. September 2011

Woher kommt der Beistelltisch?

Oft vermisst man etwas, von dem man zuvor niemals gedacht hätte, dass es einem jemals fehlen könnte. Das gilt für nahezu alles - von den leckeren Keksen, die nicht mehr hergestellt werden, bis zum Nachbar mit dem man kaum drei Worte gewechselt hat. Und eben auch für Möbelstücke kann dies gelten. Normalerweise würde man auf keinen Fall glauben, wie nützlich beispielsweise einen Beistelltisch in jeder Lebenslage sein kann. Wenn dann doch plötzlich das Sofa unschöne Flecken bekommt, da man sein Glas auf dem Boden abstellen musste und es dann umgefallen ist oder die Druckerschwärze einer auf der Armlehne abgelegten Zeitung abgefärbt hat, fehlt eindeutig ein Beistelltisch. Und auch im Zimmer zum Schlafen sieht ein Beistelltisch nicht nur ansprechend und wohnlich aus, sondern sorgt auch für Ordnung, da Brille, Ohrstöpsel oder Taschentücher nicht wild auf dem Boden verstreut liegen müssen.

Ursprünglich dienten Beistelltische vor allem dem Servieren von Speisen und Getränken. Auch inzwischen kennen wir einen besonderen Beistelltisch: Auf dem "Guéridon" wird in guten Restaurants tranchiert, filetiert und präsentiert. Der Name hat übrigens eine nicht so formvollendete Hintergrundgeschichte. Es stammt aus einer französischen Posse des 17. Jahrhunderts, in der ein servierender Sklave so genannt wurde. Da ist es kaum verwunderlich, dass die ersten Möbelstücke dieser Art auch aus dem 17. Jahrhundert bekannt sind. Allerdings waren sie zu dieser Zeit ein Möbelstück, das man bei Weitem nicht in jedem Haus finden konnte. Lediglich die finanziell gut situierten hatten ein solch dekadentes neues Möbel wie einen Beistelltisch in ihrem Besitz. Für die breite Masse interessant wurden Beistelltische erst rund zur Zeit Ludwigs XV. Der Beistelltisch wurde eines der beliebtesten kleinen Möbelstücke. Mit dem formvollendeten und reichhaltig ausgeschmückten Äußeren holte jeder sich ein wenig Luxus ins Haus und nutze zugleich die zweckdienlichen Seiten.

Beistelltische findet man in unserer Zeit in einer enormen Variation an Formen, Farben und Materialien. Denn das Designen von Beistelltischen macht vielen Designern großen Spaß. Hier kann der Designer seinen Ideen völlig freien Lauf lassen. Ob pink und glitzernd oder aus hartem und kaltem Stahl. Die Vielfalt ist atemberaubend. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Beistelltische keine so hohen Kosten wie anderer Designmöbel verursachen. Anders als eine komplette Schlafzimmereinrichtung kann jeder sich ständig neue Beistelltische erwerben. Ein Beistelltisch ist immer bezahlbar und so muss kein Mensch auf langweilige Standardware zurückgreifen, sondern kann sich exklusive und ansprechende Designmöbel suchen. Und die Designer freuen sich natürlich, dass jeder ihre Kreationen überall nutzt. Man kann also beim Anblick des nächsten Beistelltisches nicht nur den gut zu gebrauchenen Aspekt sondern auch den ästhetischen Anblick würdigen - auch, wenn man den Beistelltisch nicht gerade vermisst.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen